(Un-)Sichtbare Körper. Über die Wirkungsmacht von jüdischen Körperbildern während des Nationalsozialismus.

Raul Hilberg schrieb einmal, daß das Schicksal europäischer Juden eng mit dem Moment verknüpft war, in dem die staatliche Exekutive ein Gesetz herausbrachte, das festlegte, wer arisch war und wer nicht. Die Unterscheidung zwischen Ariern und Juden beinhaltete und propagierte den Gedanken eines jüdischen Körpers, der sich von anderen, im Speziellen dem “arischen”, unterscheidet. Das Konzept eines spezifisch jüdischen Körpers war keine nationalsozialistische Erfindung. Aber es waren die Nazis, die diesen Begriff in ein bis dahin beispielloses Instrument zur Verfolgung umwandelten. Das “Wissen” um den jüdischen Körper begleitete das deutsche Militär auf ihrem Feldzug durch Europa. Die Besatzer nutzten dieses “Wissen” vor Ort in den besetzten Dörfern und Städten, um Juden zu finden und letzten Endes zu ermorden. Der Text untersucht den Einfluß, den der Begriff “jüdischer Körper” während des 2. Weltkrieges hatte. Er konzentriert sich auf die Frage, wie in extrem gewalttätigen Gesellschaften und Situationen Körper im wahrsten Sinne des Wortes geformt werden.

Autor(en): Michaela Christ

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